Geothermie aus der Steiermark

„Tiefenkraft“,
ein gemeinsames Projekt von OMV und Energie Steiermark

OMV und Energie Steiermark bündeln ihre Kräfte, um die Tiefengeothermie in der Steiermark nutzbar zu machen und die Wärmewende aktiv voranzutreiben. Das gemeinsame Projekt zielt darauf ab, das geothermische Potenzial der Region zu bewerten.

Warum Geothermie?

Geothermie nutzt die natürliche Erdwärme als erneuerbare Energiequelle zur Erzeugung von Wärme und Strom. Sie trägt dazu bei, die Wärmewende zu beschleunigen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Geothermie bietet eine verlässliche, CO₂-arme und regionale Lösung, um Fernwärmesysteme zu dekarbonisieren. Die Erdwärme ist langfristig vor Ort verfügbar, hilft, CO₂-Emissionen zu reduzieren und unterstützt eine sichere und resiliente Energiezukunft.

Warum Geothermie?

Über das Projekt Tiefenkraft

Tiefenkraft, ein gemeinsames Projekt von OMV und Energie Steiermark, stellt einen wichtigen Meilenstein zur Bewertung des geothermischen Potenzials im Großraum Graz dar. Das Projekt folgt einem schrittweisen Bewertungsprozess:

Zwischen Februar und April 2026 wurden seismische Messungen entlang einer rund 900 Kilometer langen Messstrecke durchgeführt. Die gewonnenen Daten werden derzeit ausgewertet und bilden die Grundlage für ein detailliertes Untergrundmodell sowie für die weiteren Projektschritte.

Als nächster zentraler Schritt ist eine geplante Erkundungsbohrung „Petersdorf 002“ in St. Marein bei Graz vorgesehen, deren Start für das vierte Quartal 2026 geplant ist. (vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen). Bohrung und Testphase werden rund drei bis vier Monate in Anspruch nehmen. Diese Bohrung dient dazu, zentrale geologische und hydrologische Annahmen zu überprüfen und die wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts zu bewerten. Die Erkundungsbohrung stellt einen wichtigen Schritt im Bewertungsprozess in Richtung einer möglichen zukünftigen Entwicklung eines Geothermiefeldes dar.

Bei positiven Ergebnissen umfasst die nächste Investitionsentscheidung die Errichtung einer ersten Geothermiedublette – bestehend aus einer Produktions- und einer Injektionsbohrung – inklusive umfassender Tests.

Parallel dazu sind zwei weitere Bohrungen geplant, um die Umsetzbarkeit eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) zu prüfen, das überschüssige Wärme im Untergrund speichert und saisonal verfügbar macht. In diesem Zeitraum würden auch Planung und Terrassierung der Pipeline nach Graz vorangetrieben. Den Bau und Betrieb der rund 20 Kilometer langen Fernwärme-Transportleitung verantwortet Energie Steiermark.

Die Entscheidung zur Umsetzung des Gesamtprojekts – einschließlich aller Produktions- und Injektionsbohrungen, des Baus der Pipeline zur Anbindung an das Fernwärmenetz sowie der Installation der Oberflächenanlagen (z. B. Pumpenhaus) – wird im Anschluss an die umfassenden Tests getroffen.

Der gesamte Prozess – von den ersten Messungen bis zur Inbetriebnahme – nimmt daher mehrere Jahre in Anspruch. Eine erste Wärmelieferung könnte im Jahr 2030 erfolgen.

Starke Partnerschaft

Starke Partnerschaft

Für das Projekt „Tiefenkraft“ bündeln OMV und Energie Steiermark ihre komplementären Stärken, um das geothermische Potenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu bewerten – von der Untergrundexpertise bis zur Integration der gewonnenen Energie in das bestehende Energiesystem.

  • OMV bringt ihre Expertise in Bohrtechnik, Geologie sowie Oberflächen- und Untergrundentwicklung ein
  • Energie Steiermark bringt ihre Expertise in regionaler Energieinfrastruktur und Systemintegration ein

Gemeinsam schaffen beide Partner die Grundlage für die Bewertung des geothermischen Potenzials entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Zusammenarbeit folgt einer klaren industriellen Logik mit definierten Verantwortlichkeiten. Die Umsetzung erfolgt über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft, an der OMV mit 75 % und Energie Steiermark mit 25 % beteiligt sind.

Neben der Beteiligung am Joint Venture verantwortet Energie Steiermark insbesondere den Bau und Betrieb der rund 20 Kilometer langen Fernwärme-Transportleitung. Der Bau der Transportleitung (Investitionsvolumen rund 150 Mio. Euro) liegt zu 100% im Verantwortungsbereich der Energie Steiermark. Damit leistet Energie Steiermark einen zentralen Beitrag zur technischen Umsetzung und zur Integration der geothermischen Energie in die regionale Wärmeversorgung.

Das gemeinsame Vorhaben sowie die bisherigen und geplanten Meilensteine in der Steiermark unterstreichen die Bedeutung der Tiefengeothermie als Schlüsseltechnologie für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung.

Wie funktioniert ein Geothermie-System?

In Tiefen von mehreren tausend Metern befinden sich Gesteinsschichten mit hohen Temperaturen, die heißes Wasser, das sogenannte Formationswasser, enthalten. Dieses Wasser wird an die Oberfläche gefördert, wo es seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz abgibt. Anschließend wird das abgekühlte Wasser wieder in den Untergrund zurückgeleitet, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Um die natürliche Wärme aus dem Erdinneren effizient zu nutzen, kommen sogenannte Dubletten zum Einsatz. Dieses System besteht aus zwei Bohrungen: Eine dient dazu, heißes Wasser aus Tiefen von 3.000 bis 4.000 Metern zu fördern, während die andere das abgekühlte Wasser wieder in den Untergrund zurückführt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, der die unterirdischen Wasservorkommen langfristig erhält.

Die Wärme aus dem heißen Formationswasser wird nicht direkt ins Heiznetz geleitet. Stattdessen gibt das Formationswasser seine Wärme in einem sogenannten Wärmetauscher an eine andere Flüssigkeit ab. Das Formationswasser wird wieder in die Lagerstätte geleitet, wo es sich wieder erwärmt. Die gewonnene Wärme wird sicher und zuverlässig über das Fernwärmenetz verteilt – bis in jedes Haus.

Media image

Geplanter Trassenverlauf

Damit die Wärme von der Bohrstelle nach Graz gelangt, entsteht eine rund 20 Kilometer lange Fernwärme-Transportleitung, die in einer Tiefe von rund zwei Metern unterirdisch verlegt wird. Ihr Verlauf führt überwiegend durch unverbaute, landwirtschaftlich genutzte Flächen, die auch nach Abschluss der Bauarbeiten weiterhin bewirtschaftet werden können. Nach der Verlegung ähnelt die Trasse in ihrer Gestaltung und Nutzung der bestehenden Trans Austria Gas Leitung (TAG).

Geplanter Trassenverlauf

Seismische Messungen – den Untergrund verstehen

Von Februar bis April 2026 wurden im oststeirischen Becken seismische Messungen durchgeführt – ein wichtiger Schritt, um das geothermische Potenzial der Region zu untersuchen.

Die Messungen wurden in sieben Bezirken und rund 60 Gemeinden durchgeführt. Dabei kamen spezielle Seismik-LKWs zum Einsatz, die vorwiegend entlang öffentlicher Straßen kontrollierte Schwingungen erzeugten. Die Reflexionen der tiefen Gesteinsschichten wurden mit Geophonen am Wegesrand aufgezeichnet. Die eingesetzten Vibrationsanregungen bewegten sich hinsichtlich Frequenz und Stärke im Bereich natürlicher Bodenschwingungen.

Die Messungen erstreckten sich über eine Gesamtlänge von rund 900 Kilometern. Drei Teams mit Seismik-Trucks waren parallel im Einsatz, um einen zügigen Ablauf zu gewährleisten. Die gewonnenen Daten werden derzeit ausgewertet und bilden die Grundlage für ein detailliertes Untergrundmodell sowie für die weiteren Projektschritte.

Media image
Wie funktioniert eine 2D-Seismik-Messung?

Wie funktioniert eine 2D-Seismik-Messung?

Zentraler Bestandteil der geowissenschaftlichen Arbeiten sind seismische Messungen, mit deren Hilfe die Struktur und Beschaffenheit des tiefen Untergrunds präzise erfasst werden können. Diese Methoden sind erprobt und haben sich bereits bei ähnlichen Projekten bewährt.

Die seismische Messung funktioniert ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung. Dabei werden von Seismik-LKWs Schallwellen in den Boden gesandt. Diese Wellen reflektieren an verschiedenen geologischen Schichten und werden von Sensoren (Geophonen) erfasst und aufgezeichnet. Die so gewonnenen Daten ermöglichen es, ein genaues Bild des Untergrunds zu erstellen, um potenzielle Heißwasservorkommen zu identifizieren.

Basis für die nächsten Schritte

Die geplanten Erkundungsmaßnahmen finden gezielt in den Wintermonaten statt, um Eingriffe für Mensch, Tier und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Die gewonnenen Daten werden mithilfe moderner Rechentechnologien aufbereitet und anschließend von Expert:innen interpretiert. Erkenntnisse aus früheren seismischen Studien in vergleichbaren Regionen fließen dabei in die Bewertung mit ein.

Basis für die nächsten Schritte
Basis für die nächsten Schritte
Zahlen & Fakten

Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet.t

~ 137.000 Tonnen

mögliche CO2-Einsparung 
pro Jahr

~670 Gigawattstunden

möglicher 
Wärmeertrag pro Jahr

Ab 2030

geplante 
Inbetriebnahme

Versorgungsleistung

rund die Hälfte des Fernwärmebedarfs des Großraums Graze

Geplante Anlagen

4 Dubletten (je zwei Bohrungen) und 2 ATES-Speicher

ca. 20 Kilometer

Geplante Länge der 
unterirdischen Transportleitung

Sie sind Journalist:in oder 
Medienvertreter:in und möchten 
mehr über das Projekt erfahren?

Nutzen Sie unsere Presse-Downloads für kompakte Informationen und Bildmaterial – 
oder kontaktieren Sie uns direkt, wenn Sie individuelle Fragen haben. 
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Die Projektpartner

Tiefengeothermie mit dem Projekt „Tiefenkraft“ ist der wesentlichste 
Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme im Großraum Graz.

OMV

Zuständig für die Geothermie-Anlagen mit 
langjähriger Erfahrung in Bohr- und Fördertechnik

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor.